Der FC Schalke 04 beendet die Saison am Sonntag um 15:30 Uhr mit dem Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig. Sportlich geht es für die Königsblauen vor allem um einen würdigen Abschluss, die 70-Punkte-Marke und die Meisterschale. Inhaltlich aber rückte auf der abschließenden Pressekonferenz vor allem eine Personalie in den Mittelpunkt: Edin Džeko.
Der Vertrag des 40-jährigen Angreifers läuft aus. Eine Entscheidung über seine Zukunft ist noch nicht gefallen. Dass Džeko zuletzt laut BILD öffentlich betonte, sich bereit für die Bundesliga zu fühlen, hat die Diskussion zusätzlich befeuert. Auch seine Aussage, in seiner Karriere eigentlich nie klassischer Joker gewesen zu sein, ließ aufhorchen.
Miron Muslic vermied auf der Pressekonferenz eine klare Festlegung. Ausschließen wollte Schalkes Cheftrainer aber offenbar auch nichts. Auf die Frage, ob Džeko in der kommenden Bundesliga-Saison als Stammspieler eingeplant werden könnte, sagte Muslic: „Es ist sehr, sehr viel vorstellbar hier auf Schalke und auch mit Edin.“ Damit öffnete der Coach die Tür für weitere Spekulationen um die Personalie des Topstürmers.
Vielmehr machte Muslic deutlich, warum Džeko intern weiterhin einen besonderen Stellenwert besitzt. Entscheidend sei nicht nur seine Erfahrung, sondern vor allem seine Haltung. „Er hat ja auch immer noch diese Ambition und das Wichtigste, diesen Hunger. So haben wir Edin jetzt die letzten fünf Monate hier kennengelernt“, erklärte der Trainer.
Genau darin liegt der Kern der Personalie. Džeko ist kein gewöhnlicher Ergänzungsspieler. Doch die Bundesliga wird intensiver, schneller und körperlich anspruchsvoller. Ein Platz im Kader ist das eine. Eine tragende Rolle über eine komplette Saison etwas anderes. Daher muss Schalke nüchtern planen.
Für Schalke entsteht dadurch eine komplizierte Situation. Der Verein will Džeko offenbar Zeit geben, seine Zukunft sauber zu sortieren. Gleichzeitig muss die Kaderplanung im Sturm weiterlaufen. Frank Baumann und die sportliche Führung können nicht erst im Sommer entscheiden, welche Alternativen aufgebaut werden sollen. Gerade im Angriff braucht Schalke Klarheit.
Gegen Braunschweig wird Džeko nach Muslic’ Ankündigung zunächst wieder als Joker starten. Für Sonntag ist diese Rolle damit geklärt. Für die kommende Saison bleibt sie offen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Bleibt Edin Džeko auf Schalke? Sondern auch: Welche Rolle kann und will Schalke ihm in der Bundesliga wirklich geben?
Foto: KROEGER/RHR-FOTO
Text: Marcel Schwering

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