Vor dem letzten Saisonspiel gegen Eintracht Braunschweig wird es auf Schalke noch einmal emotional. Cheftrainer Miron Muslić bestätigte auf der Abschlusspressekonferenz, dass drei Spieler den Verein nach dem Saisonfinale verlassen werden: Paul Pöpperl, Christopher Antwi-Adjei und Henning Matriciani.

Die offizielle Verabschiedung ist für Sonntag gegen 15:10 Uhr vor dem Anpfiff geplant. Darüber hinaus gibt es laut Muslić weitere Personalien, bei denen noch Gespräche geführt werden. Konkrete Namen nannte der Trainer nicht.

Im Mittelpunkt der Abschiede steht vor allem Henning Matriciani. Matriciani kam in der laufenden Spielzeit zwar nur auf einen Pflichtspieleinsatz. Rein sportlich war seine Rolle damit also überschaubar. Trotzdem steht sein Name bei vielen Fans für eine Haltung, die auf Schalke geschätzt wird: zuverlässig, bodenständig, mannschaftsdienlich. Ein Spieler, der selten laut wurde, aber sich immer in den Dienst des Vereins stellte. Nicht umsonst hat sich sein Spitzname „Goatriciani“ in den Köpfen der Anhänger eingebrannt.

Auch Muslić machte bei Matriciani eine Ausnahme von seiner eigenen Linie. Grundsätzlich spreche er ungern über Abschiede, erklärte der Trainer. Bei Matriciani tat er es dennoch: „Was ein überragender Typ ist, ein richtiger Schalker.“

Für einen Spieler, der in den vergangenen Jahren viele Rollen einnahm, ist das eine passende Würdigung. Matriciani war auf Schalke nie der glänzende Unterschiedsspieler. Aber er war einer, der in schwierigen Phasen Verantwortung übernahm, sich nicht versteckte und auch dann präsent blieb, wenn es sportlich unbequem wurde.

Gerade deshalb dürfte sein Abschied vielen Fans nahegehen. Matriciani verkörperte auf seine Art eine Schalker Figur, die nicht über große Gesten kam, sondern über Einsatz, Identifikation und Verlässlichkeit.

Auch Christopher Antwi-Adjei wird am Sonntag verabschiedet. Der Flügelspieler war in der Aufstiegssaison deutlich präsenter und gehörte über weite Strecken zum Kader. Mit seiner Geschwindigkeit und seiner Erfahrung brachte er Schalke auf den Außenbahnen immer wieder eine andere Dynamik. Dass sein Weg nun endet, ist sportlich nachvollziehbar, nimmt seinem Beitrag zur Rückkehr in die Bundesliga aber nichts.

Paul Pöpperl komplettiert das Trio der feststehenden Abgänge. Für ihn ging es auf Schalke vor allem darum, im Profiumfeld Schritte zu machen und sich im Training anzubieten. Der ganz große Durchbruch blieb aus. Dennoch gehört auch sein Abschied zu einer Kaderbereinigung, die nach dem Aufstieg zwangsläufig dazugehört.

Für Pöpperl, Antwi-Adjei und vor allem Matriciani endet der Weg auf Schalke am Sonntag. Einer geht als Talent, einer als Aufstiegshelfer und einer als Spieler, bei dem die sportliche Bilanz allein nicht reicht, um seine Bedeutung für diesen Verein zu beschreiben.

Foto: KROEGER/RHR-FOTO

Text: Marcel Schwering


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